5 1/2 Jahre


Jetzt ist es doch tatsächlich schon 5 1/2 Jahre her, dass ich etwas geschrieben habe.

Was waren das für Jahre?

Mit Therapien, Selbstzweifel und, und, und.

Habe gerade erst wieder eine schlechte Phase hinter mir.

Während ist das so schreibe, bin ich mir nich einmal sicher, dass ich sie hinter mir habe. Aber: Solange ich funktoniere, und immer lächel, merkt sowieso keiner, wie es in mir aussieht.

Würde ich einmal auf die Frage, wie es mir geht mit "Nicht so gut - oder - schlecht. antworten", es würde die Menschen um mich herum total aus dem Konzept bringen. Dann wäre ich unbequem.

Sicher bin ich da manchem gegenüber sicherlich unfair, aber, ich kann da nun einmal nicht aus meiner Haut.

Muss übrigens zu meinem letzten Eintang noch nachtragen, dass ich mich nun doch durchgerungen hatte gegen meinen "Bruder" vorzugehen, trotz der Verjährung.

Einer meiner Chefs (diese sind RAe) hat ihm einen super Brief geschrieben und ihn "durch die Blume" auf das Geschehene verwiesen und ihn auch darauf aufmerksam gemacht, dass ich durch die Therapien etc. nun soweit wäre, gegen ihn vorzugehen und dies auch gerichtsbekannt zu machen. Wir wussten, dass wir zivi- wie auch strafrechtlich keine Chance hatten, aber: der Vorgang wäre gerichtsbekannt gewesen.

Mein Chef hat ihm angeboten ein notarielles  Schuldanerkenntnis abzugeben auf Zahlung eines Schmerzensgeldes. Im Gegenzug würde ich auf eine gerichtliche Geltendmachung/Anzeige verzichten. 

Die Zeit nachdem der Brief rausgegangen war, war für mich der blanke Horror: Habe mich kaum aus dem Haus getraut aus Angst, er lauert mir auf; bin nicht an das Telefon gegangen, aus Angst er ist am Telefon oder jemand der mir sagt, er habe sich umgebracht.

Am Tage des vom meinen Chef gesetzten Fristablaufes kam tatsächlich das Schuldanerkenntnis zurück und ein Ratenzahlungsvorschlag. 

Er hat einen größeren Betrag gezahlt - den ich sinnlos auf den Kopf gehauen habe - und zahlt nun immer noch monatlich die weitere Schuld ab.

Meine Seele wird zwar dadurch auch nicht geheilt; aber ich habe - für all die Zweifler da draussen (und die gibt es - gerade in meiner Familie) - nun etwas schriftlich in der Hand.

Eigentlich ist es schon traurig, dass man erst etwas schriftlich haben muss, bis einem einer glaubt.

So, dass soll es für heute gewesen sein; ich hoffe, es dauert nicht wieder mehr als 5 1/2 Jahre bis ich mich wieder melde. Vielleicht tut es mir ja ganz gut, wenn ich mir hier - ob es jemand liest oder nicht - manche Sachen von der Seele schreiben kann.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

19.12.12 14:50, kommentieren

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 Happy Birthday to me!

Wollen wir mal schauen, was dieser Tag heute so alles mit sich bringt.

Auf jeden Fall habe ich am Samstag schon einmal Post von derjenigen, die mich in die Welt gesetzt hat bekommen und von dem, der sich mein Bruder nennt. Den erstgenannten Brief habe ich an der Handschrift auf dem Umschlag erkannt; bei dem zweiten habe ich nur ein kleines Stückchen des Umschlags geöffnet und nachgeschaut. Umschlag war nämlich - mit einem mit Computer beschrifteten Aufkleber versehen -. Konnte dann durch das geöffnete Fitzelchen die Unterschrift sehen. Den Umschlag habe ich dann nicht weiter geöffnet. Ich will gar nicht wissen, was er mir schreibt oder sie mir. Was kann das schon sein.

Ich versuche sie nicht mehr Teil meines Lebens sein zu lassen.

9.4.07 08:24, kommentieren

Hallo! Da bin ich wieder. Zwei arbeitsreiche Wochen liegen hinter mir, dies es leider nicht zugelassen haben, weiterzuschreiben.

Aber nun geht es weiter:

Nach der Beerdigung meines Vaters drehte sich nach wie vor alles um meine Mutter. Mein Eindruck war: keiner kümmerte sich um mich. Mein sog. Bruder war ja nun fast sechs Jahr älter als ich und konnte sich gut um sich selbst kümmern. Kurze Zeit später fing er auch an sich um mich zu kümmern, aber leider nicht auf die Art und Weise, wie es sich zwischen Geschwistern gehört.

Alles endete damit, daß ich mehr als 10 Jahre lang - selbst als er Freundinnen hatte und verheiratet war - ihm zu Willen war/sein mußte.Ich konnte mich nicht wehren.

Heute muß ich dafür büßen, mit Depressionen, Angstzuständen, Therapien, Psychopharmaka etc. Und er? Während eines Klinikaufenthaltes im letzten Jahr habe ich über eine Anzeigenerstattung nachgedacht. Doch was soll ich sagen: Es ist verjährt. Doch was ist mit mir? Ich werde mein Leben lang dieses mit mir rumtragen.

Keiner hat etwas bemerkt, all die Jahre lang und ich habe mich auch niemandem anvertrauen können. Er hat mir ja immer damit gedroht, daß er seinen Arbeitsplatz verlieren würde - er ist ein höherer Sozialversicherungbeamter einer großen deutschen KK - und er sich dann umbringen könne. Sollte ich mit dieser Schuld leben können?

Im letzten Jahr, nachdem alles bei mir hochgekommen ist, was lange eingebuddelt war,  hat er mir noch einmal damit gedroht. Dies resultierte daraus, daß ich ihm gesagt habe, daß ich psychisch krank sei. Er hatte Angst, daß etwas über ihn nach Außen dringen könnte. Wieder hat er versucht mich unter Druck zusetzen, doch diesmal ist es ihm nicht gelungen:

Ich habe mich meinem Mann, Freunden, Verwandten, selbst meinem Arbeitgeber, zwischenzeitlich anvertrauen können. Zunächst hatte ich Angst, wie sie reagieren könnten; daß man mir Schuld an dem Ganzen gibt. Fragt, wieso ich nicht früher etwas gesagt habe. Doch bis auf, dass alle geschockt waren, haben sie durchweg mir gegenüber positiv reagiert, was mir natürlich ganz großen Halt für meinen weiteren Weg gibt.

Im Alter von 11/12 Jahren habe ich eine Überdosis Schlaftabletten genommen und kam ins Krankenhaus, dort dann auf eine Station für psychisch erkrankte Kinder. Selbst dort hat man nichts bemerkt! Ich konnte mich sehr gut verstellen. Aber hätte psychisch geschultes Personal nicht etwas merken müssen?

6.4.07 10:20, kommentieren

Wo war ich stehengeblieben?

Ach ja, Quark im Regal:

Ich wuchs heran unter ständigen Streitigkeiten meiner Eltern. Meine Mutter war - so mein Eindruck - sehr dominat; mein Vater hat arg viel getrunken. Eigentlich kann ich mich gar nicht so richtig an schöne Tage meiner Kindheit erinnern. Wie lange geht Kindheit überhaupt?

Der letzte Tag mit meinem Vater, an den ich mich erinnern kann:

Wie üblich kam mein Vater angetrunken von der Arbeit. Meine Mutter hatte gekocht. Ich weiß es noch wie heute: Es gab eine klare Suppe mit Einlage und unter anderem Markknochen. Meine Mutter konnte ihren alkoholisierten Mann beim Abendessen nicht ertragen und ging "leidend" ins Wohnzimmer und ließ meinen Bruder und mich mit unserem Vater allein. Das Essen war sehr anstrengend. Ich ekelte mich vor diesem Knochen in meiner Suppe doch mein Vater animierte mich unter Demonstration, das Mark aus diesem Knochen herauszulutschen. Das sei das Beste an dem Ganzen meinte er! Ich meinte dies nicht und fing an zu weinen und zu würgen. Mein Vater wurde ärgerlich! Das ist das Letzte, woran ich mich bei ihm erinnern kann. Das war im April 1977.

Ich glaube es war auch an dem vorstehenden Tag, dass meine Mutter in unserem Keller - dort hatten wir einen sogenannten "Schweinepott" - Akoholvorräte unseres Vaters gefunden hat. Die Flaschen hat sie entleert und Salzwasser eingefüllt. Als mein Vater dieses bemerkte, eskalierte der Streit und mein Vater verließ das Haus und er kam nicht zurück.

Am nächsten Tag, die Polizei war zwischenzeitlich informiert und unser Haus war voller Verwandter, kam dann auch die Polizei zu uns ins Haus und teilte meiner Mutter mit, man habe meinen Vater gefunden. Tot. Er hatte sich mit Auspuffgasen, die er mit einem Staubsaugerschlauch in den Wagen geleitet hat, umgebracht. Ein Reiter hat ihn dann zwei Tage vor meinem 9. Geburtstag gefunden.

Nun brach eine Welt über meiner Mutter zusammen. Sie ließ sich fallen; wir Kinder liefen nebenbei. Ich durfte nicht zu meiner Mutter und weiß noch, daß ich auf dem Flur saß, als einmal die Wohnzimmertür kurz geöffnet wurde. Sie sah mich kurz an und fing an zu schreien, daß mein Vater nicht mehr wiederkäme. Dann wurde die Tür geschlossen und ich war wieder allein.

25.3.07 13:19, kommentieren

erster Versuch

 

Tja, nun habe ich endlich einmal Zeit, mich näher mit meinem Blog zu befassen und ich habe mir vorgenommen, so Stück für Stück mein Leben hier auszubreiten.

Alles auf Anfang:

Geboren wurde ich im Frühjahr 1968 mitten in Lippe. Kann man es geboren nennen? Ich wurde in diese Welt hinausgezehrt. Eine Welt, die mich eigentlich zunächst gar nicht wollte. Wäre nicht im zarten Alter von 1 1/2 Jahren 1966 mein Bruder gestorben, würde es mich nicht geben. Meine Eltern hatten nach zwei Kindern (=Söhne) die Familienplanung abgeschlossen. Erst der Tod meines Bruders machte es möglich, dass es mich heute gibt; ich würde sonst immer noch als Quark im Regal liegen.

 

25.3.07 09:54, kommentieren

neu hier!!

 

Ich weiß noch gar nicht, was mich hier erwartet, das heißt, was ich hier so zu "Papier" bringen kann.

Es gibt sicher viel interessantere Dinge als aus meinem Alltag zu berichten, aber wir werden mal sehen.

Auf jeden Fall bin ich mit meinen Fingern auf der Tastatur schneller als mit Papier und Bleistift!

10.2.07 09:10, kommentieren